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Sunday, 5 April 2015

Reif für die Insel

Eine Woche Großstadt und ich, das verträgt sich wenig. Ich denke jeder der mich kennt, wird das so unterschreiben, also war ich relativ froh, dass ich schnell eine Wwoofingstelle gefunden hatte und brach am Samstagmorgen in Richtung Insel auf!
Am Abend vorher ergab sich noch, dass ein anderer Traveller Jurek, der mit seiner Family gerade Zeit verbrachte mit der selben Fähre zur selben Uhrzeit auf die Insel schippern wollte, also fragte ich, ob ich mich dort anschließen dürfe, denn eine Ahnung wie ich zur Fähre kommen sollte hatte ich bis dato noch nicht und auch schon wieder eine Dose Bier im Kopf, also wäre das mit dem Busfahrplan und mir eher eine Katastrophe geworden...
Wir erinnern uns: Busfahrpläne, Landkarten, ausreichende Vorbereitung.... ;)
Dank Jurek und seiner Family war das jetzt aber alles kein Problem mehr, die wussten schon wo hin, also nur dem Mob folgen :D ( vielen Dank an dieser Stelle ) .
Wale und Delfine sah ich auf der Überfahrt leider keine, dafür wurde ich mit Pommes beschenkt, auch ein netter Deal.
In Nanaimo angekommen, nahm mich meine neue Hostmum Isabelle auch direkt in Empfang und ich lernte Lea ( zum zweiten mal ) kennen, eine andere deutsche Travellerin aus Hannover, die ich auch schon im Hostel in Van kruz kennengelernt hab. Ich hatte es wohl aber irgendwie vergessen, sie war so nett mich daran zu erinnern ): ach Annika...
Isabelle ist eine kleine ( noch eine ) Frau, mitte 40, mit grauem schulterlangem Haar, drei Kindern, einer Biogemüsefarm und einem Mann. Sehr beschäftigt und viel gestesst, aber nett :). Wir fuhren zur Ranch, die direkt an der Küste unweit vom Yellow Point liegt, mitten im Wald, fernab von jeder Zivilisation, sehr nett, sehr idyllisch, ruhig und und und. Also alles was ein Landei so braucht, nach 9 Tagen Urbanität. Sie stellte mir und Lea frei ob wir gemeinsam im Trailer oder getrennt im Haus und im Trailer wohnen wollten, ich nahm natürlich den Trailer!
Seither bewohne ich einen 70er Jahretrailer mit super Matratze, direkt unter ein paar Nadelbäumen ( fragt bitte nicht welche...). Gratis dazu bekomme ich jede Nacht eine private Raccoonroofparty. Die ersten beiden Nächte dachte ich, dass die mich sicher fressen, oder zumindest beissen...( das tut auch weh! ). Jeder der Raccoons kennt weiß dass die Dinger von Geburt an aussehen wie die Panzerknacker und deswegen auch vor einem Trailer keinen Halt machen, wenn sie Menschenhunger haben, dazu kam noch der Gedanke an Bären ( auch wenn es hier nur die eigentlich vegetraisch lebenden Braunbären hat ) aber, wer weiß was denen so kurz nach ihrem Winterschlaf alles einfällt...! An dieser Stelle danke ich auch meiner Tante, die mir noch die Geschichte vom autotürenknackenden Bären erzählt hat, ich hab in den ersten beiden Nächten viel an dich und die Bären gedacht...
Natürlich ist nicht alles immer nur super, sonder  irgendetwas, oder jemand, in diesem Fall ein Jemand, zerstört die Idylle. Dieser Jemand ist Benjamin ( kurz Ben ) sieben Jahre alt, das Küken der Familie, aber bei mir ist er ungefähr so beliebt wie ein Kuckuck im fremden Nest. Da er laut seiner Mama sehr intelligent ist und "special needs" hat, wurde er nach ejnem halben Jahr von der Schule abgemeldet und genießt jetzt den Luxus dsz Homeschoolings ;). ( kleine Randnotiz, er wird mal Farmer, hier weitab von jeder Zivilisation, soziale Kompetenz ist nicht seine Stärke und lernen naja...auch nicht, aber die Eltern haben eine organic Farm, die kann er mal übernehmen ).
Ich denke die Lehrer sind auch froh, genau so wie seine Klassenkameraden und die Nachbarn der Schule, wahrscheinlich macht selbst der Schulbusfahrer seither jeden morgen drei Kreuze mehr und glaubt doch wieder an Gott. Aber jetzt haben wir ihn an der Backe 24/7.
Ich muss sage , selbst nach einem Jahr Kindergarten ( davon 6 Monate in der Waldorfhölle ) und 11 Monate Kneipe...geht mir dieses Kind noch immer gewaltig auf die nerven, aber naja. immerhin hatte ich etwas Vorlauf.
Seine special needs, sind btw klar uneingeschränkte Aufmerksamkeit von jedem und immer das bekommen was man will, am Liebsten auf Kosten der Familie ( am Meisten leiden hier wohl die Geschwister Ella 12 und Nic 18, sowie der Hund Barney, der leider zu klein ist um ihn ernsthaft zu beissen, armes Puppy ). Er kann nichts, ausser brüllen, herumrennen, das Ipad 3 mal schrotten ( bekommt es aber noch immer und wird noch getröstet...) und konstant Alles und Jeden der etwas von ihm möchte ignorieren, oder eben auszuflippen...! Zum Glück ist er nicht mein Sohn...
Die ander Kids sind dafür still und rücksichtsvoll, das Mr. Attentionwhore seine special needs ausleben kann. Grenzen brauche  nur alle anderen, er nicht.
Ansonsten pflanzen Lea und ich fleißig Setzlinge ( und hören im Hintergrund: MOOOOOOOHOOOM I AM BORED I WANNA PLAY, I WANNA SEE MY FRIEDS, I WANNA PLAY WITH YOUR IPHONE, I WANNA WATCH TV ) er könnte ja auch helfen Setzlinge setzen...und schmeißen den Haushalt, nach jedem überlebten Tag brauchen wir Cider, Bier oder irgend etwas Anderes....Sonntags gibts als Entschädigjng dann Pancakes mit Ahornsirup und Erdbeeren.
So far :)

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